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Augustrezept – Grumbeersupp unn Quetschekuche

„Grumbeersupp unn Quetschekuche“ – Kartoffelsuppe und Zwetschgenkuchen

Bei diesem Gericht handelt es sich um ein typisch pfälzisches Herbstgericht, welches – für manche womöglich etwas gewöhnungsbedürftig – den deftigen, kräftigen Geschmack der Kartoffelsuppe und den süßlich-sauren Geschmack der gebackenen Zwetschgen miteinander verbindet. Eine großartige Kombination!

Selbstverständlich ist es durchaus möglich, die Suppe auch ohne den Kuchen zu genießen. Aber die die frische Säure des Obstkuchens harmonisiert so wundervoll mit der herben Würze der Suppe, dass ich den gemeinsamen Genuss von Suppe und Kuchen unbedingt empfehle.

Es gibt übrigens auch unter eingefleischten Pfälzern verschiedene Ansichten, wie der Verzehr vor sich zu gehen hat: Während die einen darauf schwören den Kuchen parallel zur Suppe zu sich zu nehmen, essen die Anderen zunächst die Suppe, anschließend den Kuchen. Ich persönlich bevorzuge die erste Variante.

Die Vorbereitungszeit beträgt ungefähr eine Stunde, schließlich sind eine Menge Gemüse zu schälen und zu schnippeln, fürs Kochen und Würzen kann man gut nochmal eine bis eineinhalb Stunden rechnen. Da der Teig aufgehen muss, sollte man damit beginnen.

Das Rezept ist für sechs Personen gerechnet, durch Zufügen von mehr Flüssigkeit (z.B. einem guten Schluck trockenen Weißwein, im besten Fall eines schönen Pfälzer Riesling) lässt sich die Suppe durchaus noch strecken. Dabei ist aber darauf zu achten, dass die Suppe nicht zu dünn wird. Die Konsistenz soll einigermaßen dickflüssig sein! Wer gerne Wurst in der Suppe mag, kann diese nach dem abschließenden Würzen der Suppe zum Erwärmen hineingeben. Ich empfehle eine gute, kräftige Rindswurst vom Metzger Ihres Vertrauens.

Überhaupt gilt natürlich: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Womöglich schmeckt die Suppe mit Oregano und einer Prise Zimt noch besser? Und wer weiß, ob der Kuchen nicht auch einen Hauch schwarzen Pfeffer verträgt? Oder besser weissen?

Hier also die Liste der Zutaten:

Für die Suppe:



  • 1 kg Kartoffeln
  • 2 Möhren
  • 1 Stück Knollensellerie
  • 1 halbe Stange Lauch
  • 1 Zwiebel
  • 50 g durchwachsener Speck mit Schwarte
  • 1 1/2 l Gemüse- oder Fleischbrühe, am Besten natürlich selbst gemacht
  • 2-3 Lorbeerblätter
  • 150 g Schlagsahne oder saure Sahne
  • getrockneter Majoran nach Geschmack
  • Salz
  • Pfeffer
  • frisch geriebene Muskatnuss
  • einige Spritzer Zitronensaft oder Weissweinessig
  • Petersilie
  • 100 ml süße Sahne

Für den Kuchen:

  • 400 g Mehl Typ 405
  • 1 Würfel frische Hefe
  • 1 Ei
  • 80 g Butter
  • 150 – 200 ml lauwarme Milch
  • 50 g Zucker
  • etwas Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 2 kg Zwetschgen
  • 4 Esslöffel Zucker zum Bestreuen des Kuchens

Zubereitung der Suppe:

Für die Suppe wird das Gemüse geputzt, geschält und in Würfel geschnitten. Der Speck wird ebenfalls in Würfel geschnitten, die Schwarte aufgehoben. Zunächst wird der Speck ausgelassen, anschließend die Zwiebel und kurz, danach die Möhren, der Lauch und der Sellerie angebraten. Erst dann werden die Kartoffeln zugefügt. Alles etwa zwei bis drei Minuten unter Rühren anbraten.
Nun wird die Brühe zugefügt, mit Salz, Pfeffer und zunächst etwa einem Teelöffel Majoran gewürzt.

Noch fix die Schwarte hinengeben und zum Kochen bringen, etwa 20 bis 25 Minuten bei schwächer Hitze leise köcheln lassen.
Wenn das Gemüse weich ist, wird die Suppe durch ein Sieb gestrichen (oder mit dem Pürierstab bearbeiten. Vor dem Pürieren empfiehlt es sich, die Schwarte zu entfernen).

Die Sahne zufügen und aufkochen lassen. Nun kann man mit Salz, Pfeffer, Majoran, Muskat, dem Zitronensaft und einer Prise Zucker nochmals abschmecken, abschließend wird die klein gehackt Petersilie untergerührt.

Zusätzlicher Tipp:

Wer will, kann noch zwei bis drei in kleine Würfel geschnittene Scheiben Brot in Butter goldbraun anbraten, diese leicht mit Salz und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer würzen, und zur Suppe reichen.

Zubereitung des Kuchens:

Für den Kuchen muss zunächst ein schöner Hefeteig erstellt werden: Einige Esslöffel warme Milch mit einem Teelöffel Zucker mischen, die Hefe hinein bröckeln und auflösen. Etwa zehn Minuten ruhen lassen. Das Mehl in eine Schüssel sieben, in der Mitte eine Vertiefung formen und die inzwischen Blasen werfende Hefe-Milch-Mischung hineingießen. Die restliche Milch, das Ei, die Butter, den restlichen Zucker, den Vanillezucker  und die Prise Salz zugeben. Mit der Maschine oder mit der Hand etwa acht bis zehn Minuten alles zu einem weichen, nicht mehr klebenden Teig verarbeiten.

Den Teig mit einem Handtuch zudecken und an einem warmen Ort ca. 90 Minuten gehen lassen, oder bis sich das Volumen verdoppelt hat. In dieser Zeit werden die Zwetschgen geputzt, an einer Seite aufgeschnitten, entsteint, und an den oberen Seiten nochmals etwa eine halben Zentimeter geschlitzt. Alternativ gibt es hierzu Entsteiner, die dies auch wunderbar in kurzer Zeit erledigen.

Der Teig wird auf einem gefetteten Backblech ausgerollt, dabei einen schönen Rand ausbilden. Nochmals mit dem Tuch abdecken und 20 Minuten gehen lassen.

Der Backofen wird auf 180°C Ober/Unterhitze vorgeheizt.

Nach den zwanzig Minuten kann der Teig mit den Zwetschgen belegt werden, dabei die aufgeklappten Zwetschgen schön ordentlich nebeneinander legen. Das Blech wird für 30 Minuten in den Ofen geschoben; wenn der Rand schön braun gebacken ist, wird der Kuchen herausgenommen und mit etwa vier Esslöffeln Zucker bestreut.

So gerne man sofort zugreifen will: Fünfzehn Minuten ruhen lassen muss noch drin sein. Aber dann zur Suppe servieren.

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